Der Tag der Katastrophe
Datum: Freitag, 11. März 1910.
Wetterbedingungen: Es herrschte ein extrem starker Sturm, was damals die größte Gefahr bei Bränden darstellte, da die Funken über weite Strecken auf die damals oft noch mit Stroh gedeckten Dächer (Schüttkästen und Scheunen) getragen wurden.
Ausmaß: * 12 Wohnhäuser brannten komplett nieder. 18 Scheunen (Wirtschaftsgebäude) wurden vernichtet. Zahlreiche landwirtschaftliche Geräte und Vorräte wurden Opfer der Flammen.
Hergang und Brandbekämpfung
Das Feuer brach gegen Mittag aus. Da Eggendorf zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Feuerwehr hatte, war man auf die Hilfe der Nachbarorte angewiesen.
Einsatzkräfte: Feuerwehren aus Stetteldorf, Absdorf, Neuaigen eilten zu Hilfe.
Problematik: Die Wasserversorgung war 1910 katastrophal. Man musste das Wasser mit Eimern aus Brunnen schöpfen und mit Handdruckspritzen gegen den Sturm ankämpfen. Aufgrund des Windes war es fast unmöglich, das Übergreifen der Flammen von einem Haus auf das nächste zu verhindern.
Bilanz: Ein erheblicher Teil des Dorfes lag nach diesem Tag in Schutt und Asche. Viele Familien standen vor dem Nichts, was in der Region eine große Welle der Hilfsbereitschaft auslöste.
Bericht aus Nachbar Feuerwehren: Auch die FF Neuaigen rückte damals zur Hilfe aus. Es wird berichtet, dass man trotz des Einsatzes von (damals hochmodernen) Hydrophoren gegen die Flugfunken machtlos war.
Vor 1910 gab es nur lose Nachbarschaftshilfe.
Nach dem Brand von 1910 wurde klar, dass die Hilfe von auswärts (Stetteldorf) zu lange brauchte, um die Erstausbreitung zu verhindern.
Die Konsequenz: Auch wenn es durch den Ersten Weltkrieg (1914–1918) verzögert wurde, führte die Erinnerung an diese Katastrophe direkt zur Gründungsversammlung am 1. Januar 1925.