die Geschichte von 1946 – 1955

Der Neuanfang in der Besatzungszeit (1946–1950)

Nach dem Krieg musste die Feuerwehr erst wieder rechtlich als Verein (bzw. Körperschaft öffentlichen Rechts) etabliert werden.

Personal: Die Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft wurden sofort wieder in den Dienst integriert. Da viele junge Männer fehlten, blieb die "alte Garde" aus der Gründungszeit (1925) länger im aktiven Dienst als üblich.

Die sowjetische Aufsicht: Übungen mussten bei der sowjetischen Kommandantur gemeldet werden. Es gab strenge Kontrollen, ob die Feuerwehr nicht etwa als Tarnung für politische Treffen genutzt wurde.

Ausrüstung: Viele Schläuche waren spröde oder während der Kampfhandlungen 1945 beschädigt worden. Da es kein neues Material gab, wurde geflickt und improvisiert. Der alte Pferde-Hydrophor war in diesen Jahren wieder das wichtigste Gerät, da Treibstoff für Motorspritzen kaum vorhanden oder streng rationiert war.

Die erste große Modernisierung (1950–1953) Mit der wirtschaftlichen Stabilisierung (Wirtschaftswunder-Beginn) setzte auch in Eggendorf die technische Erneuerung ein.

Anschaffung einer Motorspritze: Anfang der 1950er Jahre (ca. 1952) wurde die erste leistungsfähige Tragkraftspritze (TS) der Nachkriegszeit angeschafft. Dies war ein Quantensprung: Man war nicht mehr auf die Muskelkraft beim Pumpen angewiesen.

Vom Pferd zum Traktor: In dieser Zeit begann die Umstellung der Bespannung. Statt Pferden wurden nun immer öfter die ersten Traktoren aus dem Dorf (Steyr-Diesel) vor den Spritzenwagen gespannt.

Das Jahr der Freiheit (1955) Das Jahr 1955 ist nicht nur für Österreich (Staatsvertrag), sondern auch für die Wehr ein Meilenstein.

30-jähriges Gründungsjubiläum: Die FF Eggendorf feierte 1955 ihr 30-jähriges Bestehen. Dies war das erste große Fest in Freiheit ohne Besatzungssoldaten.

Zusammenhalt: In den Protokollen dieser Zeit wird die enorme Eigenleistung der Kameraden betont, die beim Bau von Löschwasserbehältern oder der Instandsetzung des Zeughauses halfen.