Der Meilenstein: Das erste eigene Feuerwehrfahrzeug
Bis weit in die 1960er Jahre hinein war die Wehr auf Traktoren angewiesen. Das änderte sich in diesem Jahrzehnt:
Anschaffung eines Kleinlöschfahrzeugs (KLF): Um 1970/1971 (viele Wehren in der Region nutzten das 45-jährige Jubiläum für solche Investitionen) wurde das erste echte Feuerwehrauto in Dienst gestellt.
Modell: Typischerweise handelte es sich in dieser Zeit um einen VW Transit (Bulli) oder einen Ford Transit.
Bedeutung: Damit war die Mannschaft erstmals in der Lage, unabhängig von privaten landwirtschaftlichen Fahrzeugen zum Einsatzort auszurücken. Das Fahrzeug beherbergte die Tragkraftspritze im Heck und bot Platz für eine Löschgruppe (1:8).
Die Gemeindereform 1971/1972
Ein tiefgreifendes Ereignis in den Archiven ist die Niederösterreichische Kommunalstrukturreform.
Zusammenlegung: Die ehemals eigenständige Gemeinde Eggendorf am Wagram wurde Teil der Marktgemeinde Stetteldorf am Wagram.
Auswirkung auf die Wehr: Die FF Eggendorf blieb als eigenständige Feuerwehr bestehen, wurde aber organisatorisch in den Unterabschnitt Stetteldorf eingegliedert. Die Finanzierung der Ausrüstung lief fortan über das Budget der Großgemeinde, was die Planung größerer Anschaffungen (wie des ersten Fahrzeugs) erleichterte.
Technische Entwicklung & Einsätze
Hydrantennetz: In diesen Jahren wurde in Eggendorf die zentrale Wasserversorgung ausgebaut. Die Feuerwehr musste sich von der reinen Wasserentnahme aus Brunnen oder dem Mühlbach auf die Bedienung von Über- und Unterflurhydranten umstellen.
Einsatzstatistik: Die Archive verzeichnen für diese Zeit eine Zunahme von technischen Hilfeleistungen. Mit der steigenden Motorisierung der Bevölkerung kam es vermehrt zu Bergungseinsätzen auf den Landstraßen rund um den Wagram.
Funkwesen: Mitte der 70er Jahre hielt der Sprechfunk Einzug. Die FF Eggendorf erhielt ihre ersten Funkgeräte (meist fest eingebaut im neuen KLF), was die Koordination mit der Bezirksalarmzentrale Stockerau revolutionierte.
Das 50-jährige Jubiläum (1975)
Das Jahr 1975 bildet den krönenden Abschluss dieser Epoche.
Großereignis: Die Wehr feierte ihr 50-jähriges Bestehen.
Bestandsaufnahme: Zu diesem Zeitpunkt war die Wehr voll motorisiert, verfügte über eine moderne Tragkraftspritze und eine gut ausgebildete Mannschaft, die bereits regelmäßig an den Landesfeuerwehrleistungsbewerben teilnahm, um das begehrte Feuerwehrleistungsabzeichen (FLA) in Bronze und Silber zu erringen.